Aus­sa­ge des Baye­ri­schen Bau­ern­ver­bands: Die baye­ri­sche Land­wirt­schaft ist geprägt von bäu­er­li­chen Familienbetrieben.

Mythos: Wegen der bäu­er­li­chen Fami­li­en­be­trie­be in Bay­ern geht es den Tie­ren gut.

In der Tat arbei­ten in 95% der Betrie­be nicht mehr als 3 Per­so­nen ([1], S.8). 76% aller Arbeits­kräf­te sind Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge ([1], S.9). 94% der Betrie­be sind Ein­zel­un­ter­neh­men ([1], S.8). Somit ist es rich­tig, dass die baye­ri­sche Land­wirt­schaft von bäu­er­li­chen Fami­li­en­be­trie­ben geprägt ist.

Die Nut­zung der Begrif­fe „bäu­er­lich“ und „Fami­li­en­be­trieb“ und deren Kom­bi­na­ti­on sug­ge­riert die länd­li­che Idyl­le von Bau­ern­hö­fen mit glück­li­chen Tie­ren. Auch wenn die baye­ri­schen Betrie­be zumeist fami­li­är geführt wer­den, wer­den den­noch die für die Mas­sen­tier­hal­tung übli­chen Prak­ti­ken ange­wandt. Bei­spiels­wei­se herr­schen in 40% der Rin­der­hal­tungs­be­trie­be [27] und 50% der Milch­kuh­be­trie­be [28] Anbin­de­hal­tung. In Fer­kel­zucht­be­trie­ben wird wei­ter­hin Kas­ten­stand­hal­tung bei Sau­en prak­ti­ziert [27]. 91% der baye­ri­schen Lege­hen­nen­plät­ze befin­den sich in Betrie­ben mit durch­schnitt­lich 22 tau­send Lege­hen­nen­plät­zen ([29], S.258). Für die Puten­mast wer­den regel­mä­ßig die Schnä­bel kupiert, meist ohne Betäu­bung [27]. Die gän­gi­ge Pra­xis in der Milch­in­dus­trie ist es, die Kühe künst­lich zu befruch­ten, ihnen die neu­ge­bo­re­nen Käl­ber weg­zu­neh­men, die männ­li­chen Käl­ber zu schlach­ten oder ins Aus­land zu ver­kau­fen, den Kühen täg­lich mehr als 20 Liter Milch abzu­neh­men, den Pro­zess des Schwän­gerns, Sepa­rie­rens und Tötens jähr­lich zu wie­der­ho­len und die Milch­kü­he schließ­lich nach durch­schnitt­lich 5 Jah­ren auf­grund nach­las­sen­der Milch­leis­tung zu schlachten.